Wie aus bestehenden Inhalten KI-Lernprodukte für die IHKs entstehen
Wie aus einer regionalen Anfrage eine Technologiepartnerschaft mit der Schirmorganisation der deutschen IHK-Bildungslandschaft entstand.
Über Institution und Ansprechpartner
Die IHK-Organisation sitzt auf etwas Wertvollem: jahrelang aufgebautem, inhaltlich belastbarem Lehrgangs-Content, entwickelt von Fachexpertinnen und Fachexperten. Das Problem ist nicht die Qualität der Inhalte. Das Problem ist das Format: statisch, nicht interaktiv, ohne Rückkopplungsschleife. Teilnehmende in Weiterbildungslehrgängen können heute nicht mehr davon ausgehen, dass ihre Fragen bis zum nächsten Präsenztag warten. Und Organisationen, die das ignorieren, spüren es in den Abschlussquoten.
“Unsere Teilnehmenden verlangen heute nicht mehr nur Zugang zu Inhalten, sondern eine echte, personalisierte Lernbegleitung.”
Sören Brune
Geschäftsführer, DIHK Bildungs-gGmbH
Wie die Zusammenarbeit entstand
Der erste Kontakt kam nicht von der Bundesorganisation, sondern von der IHK Berlin. Auf der Suche nach einer KI-Lösung für ihr Weiterbildungsangebot war die IHK Berlin auf acemate aufmerksam geworden. Statt eine regionale Insellösung zu beauftragen, entschied man sich für einen anderen Weg: acemate wurde mit der DIHK Bildungs-gGmbH in Kontakt gebracht, der Schirmorganisation, deren Aufgabe es ist, bundeseinheitliche Bildungsangebote für alle 79 IHKs zu gestalten. Es folgten Gespräche, dann eine Einladung nach Bonn. Am Firmensitz der DIHK Bildungs-gGmbH demonstrierte acemate die Möglichkeiten der Plattform anhand konkreter Materialien: statische Textbände aus laufenden Lehrgängen, wie sie im IHK-Bildungssystem alltäglich sind. Was in den Gesprächen zunächst als drei separate Forschungsprojekte angedacht war, um die Einsatzmöglichkeiten von Sprachmodellen im IHK-Kontext zu erproben, nahm eine andere Form an. Man entschied sich für ein gemeinsames Pilotprojekt zur bundesweiten Nutzung von acemate im Rahmen echter Weiterbildungen.
“Es bildet die robuste Infrastruktur, sodass wir die volle Kontrolle über die Qualität und unsere Daten behalten, während sich die Lösung skalierbar in unsere bestehenden Vertriebskanäle integrieren lässt.”
Ein Pilotprojekt, das die Fragen beantwortet hat, bevor sie gestellt wurden
Die Anforderung an acemate war konkret: Die eigenen Materialien sollten die Basis bleiben. Kein allgemeines KI-System, das auf generisches Wissen zurückgreift, sondern ein Tutor, der ausschließlich auf dem spezifischen Lehrgangs-Content der DIHK antwortet. Gleichzeitig musste sich das System in bestehende Vertriebsstrukturen einfügen lassen und ohne aufwendige IT-Projekte skalierbar sein. Im Sommer 2024 startete der Pilot in rund 40 IHKs. acemate wurde in 37 Lehrgängen eingesetzt, sowohl in der Höheren Berufsbildung als auch in den Zertifikatslehrgängen. Das Entscheidende war, dass die Grundlage für Skalierung von Anfang an mitgedacht wurde: einheitliche Standards, reproduzierbare Onboarding-Abläufe, klare Qualitätskriterien.
“Der Weg vom Pilot zur Skalierung war klar strukturiert. Das ermöglichte uns, schnell zu entscheiden, zu standardisieren und flächendeckend auszurollen.”
AILA: Wenn acemate zum bundesweiten Bildungsprodukt wird
Das Ergebnis war eindeutig: Rund 90 Prozent der Teilnehmenden wollten acemate für den Rest ihres Lehrgangs weiter nutzen. Noch während des Piloten fiel die Entscheidung. Anfang 2026 wurde das Angebot bundesweit unter dem Namen AILA, Your Learning Assistant, eingeführt. Alle 79 IHKs erhalten damit Zugang zu einer KI-gestützten Lerninfrastruktur, die auf ihren eigenen, qualitätsgeprüften Inhalten basiert. Die DIHK Bildungs-gGmbH betreibt acemate als White-Label-Plattform unter eigenem Produktnamen und eigenem Branding. Was dabei entstand, ist keine klassische Software-Lizenz, sondern eine Technologiepartnerschaft mit einer klaren Arbeitsteilung: Die DIHK bringt jahrelang aufgebaute, inhaltlich geprüfte Lehrgangs-Materialien. acemate bringt die KI-Infrastruktur, um aus diesen Materialien interaktive, digitale Lernprodukte zu erstellen, anzubieten und über bestehende kommerzielle Strukturen zu vermarkten. Für die DIHK Bildungs-gGmbH entstand damit nicht nur ein moderneres Lernerlebnis, sondern auch eine strukturelle Grundlage für neue Erlösmodelle im Weiterbildungsmarkt. Das Potenzial dieser Partnerschaft reicht weit über den Piloten hinaus: Jede IHK, die AILA einsetzt, kann auf derselben technischen Basis eigene Schwerpunkte setzen, neue Lehrgänge aufbauen und das Angebot im eigenen Tempo erweitern. Was in Berlin als Anfrage begann, ist heute ein Bildungsprodukt mit bundesweiter Reichweite.
“Mit acemate konnten wir unsere Inhalte effizient in KI-gestützte Lernangebote transformieren.”