Anki ist eines der stärksten kostenlosen Werkzeuge zum Wiederholen. acemate setzt einen Schritt früher an und baut Karten, Übungsaufgaben und Probeklausuren aus deinem Skript.
Wer im Studium mit Karteikarten lernt, landet früher oder später bei Anki. Die App ist Open Source, läuft auf fast jedem Gerät und hat eine riesige Gemeinschaft, vor allem in Medizin und Jura. Der Preis dafür ist Zeit: Karten schreibst du selbst, und bis Anki so läuft, wie du willst, musst du dich einarbeiten.
acemate ist selbst Anbieter einer Lern-App, dieser Vergleich ist also nicht neutral. Wir beschreiben Anki anhand seiner öffentlichen Dokumentation, Stand: Oktober 2026, und sagen klar, wo Anki die bessere Wahl ist. Einen breiteren Überblick über Anki, Quizlet und weitere Apps findest du in Karteikarten-App fürs Studium.
Kurz gesagt: was passt zu dir?
Nimm Anki, wenn …
Nimm acemate, wenn …
- du kein Geld ausgeben willst und gern selbst einstellst
- du mit geteilten Decks lernst, etwa in der Medizin
- du Karten bewusst selbst formulierst
- dein Stoff als Folien und Skripte vorliegt
- du neben Karten auch Übungsaufgaben und Probeklausuren willst
- die Klausur nah ist und du mit genau diesem Material üben willst
Was Anki besser macht
Es kostet nichts. Anki ist auf Windows, macOS, Linux, im Web und unter Android kostenlos. Nur die iOS-App kostet einmalig. Für viele Studierende ist das der wichtigste Punkt.
Du kontrollierst alles. Kartentypen, Lückentexte, Intervalle, Lernschritte, Tageslimits: In Anki stellst du fast alles selbst ein. Viele Add-ons erweitern die App zusätzlich.
Es gibt fertige Decks. Über AnkiWeb teilen Nutzende Decks zu vielen Fächern. Besonders in der Medizin lernen viele mit gemeinsam gepflegten Decks.
Es ist ausgereift. Anki gibt es seit vielen Jahren. Seit Februar 2026 übergibt der Entwickler Betrieb und Open-Source-Pflege schrittweise an AnkiHub. Der Kern soll laut Ankündigung Open Source bleiben, AnkiDroid bleibt unabhängig.
Was du dafür in Kauf nimmst: Anki hat keine eigene KI. Karten schreibst du selbst, oder du nutzt Add-ons und Angebote Dritter. Und FSRS musst du in den Deck-Optionen selbst einschalten.
Wo acemate anders ansetzt
acemate beginnt bei deinem Material. Du lädst Folien, Skripte oder Altklausuren hoch (PDF, PowerPoint, Word), und acemate erzeugt daraus Karteikarten, die du bearbeiten und um eigene Karten mit Bildern ergänzen kannst. Wiederholt wird ebenfalls mit FSRS.
Dazu kommen Lernformen, die Anki nicht abdeckt:
- Übungsaufgaben mit Multiple Choice und offenen Fragen, bei denen eine KI deine Antwort nach Kriterien bewertet.
- Probeklausuren im Stil deiner Altklausuren, auf Wunsch als PDF mit oder ohne Lösungen.
- Ein Tutor, der aus deinen Unterlagen antwortet und Dokument und Seite nennt. Antworten über dein Material hinaus kennzeichnet er als allgemeines KI-Wissen.
- Der Knowledge Graph färbt die Themen deines Kurses nach deinen Ergebnissen ein, damit du siehst, wo du noch Lücken hast.
Was acemate nicht hat: geteilte Decks anderer Studierender, Add-ons und eine eigene Mobile-App (die Web-App läuft auf dem Handy). Kostenlos startest du mit wöchentlichen Limits, Pro hebt sie auf.
acemate und Anki im Vergleich
| Anki | acemate | |
|---|---|---|
| Kostenlos nutzbar | ✓iOS-App einmalig kostenpflichtig | ✓mit wöchentlichen Limits |
| Open Source | ✓ | ✗ |
| Wiederholung mit FSRS | ✓selbst einschalten | ✓ |
| KI-Karten aus PDF und Folien | ✗nur über Add-ons oder Dritte | ✓ |
| Übungsaufgaben mit KI-Feedback | ✗ | ✓ |
| Probeklausuren aus Altklausuren | ✗ | ✓ |
| Tutor mit Quellenangabe | ✗ | ✓ |
| Geteilte Decks anderer | ✓ | ✗ |
| Add-ons | ✓ | ✗ |
| Eigene Mobile-App | ✓ | ✗ |
| Anki-Import und -Export | ✓ | ✓ |
Stand: Oktober 2026.
Der Algorithmus ist kein Unterschied mehr, seit beide FSRS anbieten. In einem offenen Benchmark mit rund 10.000 Anki-Nutzenden sagte FSRS für 99,5 Prozent der Sammlungen besser vorher, ob du dich an eine Karte erinnerst, als Ankis SM-2 (srs-benchmark).
Karteikarten allein reichen selten für die Klausur
Karteikarten trainieren vor allem Fakten, Begriffe und Definitionen. Viele Uni-Klausuren fragen mehr: Du sollst eine Formel anwenden, einen Fall lösen oder zwei Konzepte vergleichen. Dafür hilft es, dich mit Aufgaben abzufragen, die wie die echte Klausur aussehen.
Die Forschung stützt das. Eine Übersichtsarbeit zu zehn Lerntechniken bewertet Üben durch Abfragen und verteiltes Lernen als die beiden wirksamsten (Dunlosky et al., 2013). Eine Metaanalyse mit 272 Effektstärken zeigt, dass Übungstests besser wirken als erneutes Lernen des Stoffs (Adesope et al., 2017). Karteikarten sind eine Form davon, Probeklausuren eine andere.
In Anki kannst du Anwendungsaufgaben als Karten anlegen, das ist aber Handarbeit. Altklausuren musst du dir selbst in Karten zerlegen. Hier liegt der größte Unterschied im Alltag: acemate liest Altklausuren ein, schreibt Musterlösungen und erzeugt neue Klausuren im gleichen Stil, Anki wiederholt sehr gut, was du ihm gibst.
Beide zusammen nutzen
Wenn du Anki magst, musst du es nicht aufgeben. Ein Weg, der in der Klausurenphase gut funktioniert:

- Folien hochladen. Lade die Vorlesung als PDF oder PowerPoint in acemate.
- Karten erzeugen und prüfen. Lösche Karten, die für deine Klausur nicht zählen, und schärfe unklare Fragen nach.
- Als Anki-Deck exportieren. So landen die Karten in deiner gewohnten Sammlung.
- In Anki wiederholen. Probeklausuren und Übungsaufgaben machst du weiter in acemate.
Umgekehrt geht es auch: Importiere deine Anki-Decks in acemate, wenn du Karten, Übungen und Probeklausuren an einem Ort haben willst.
Für wen ist was?
- Anki, wenn du kein Geld ausgeben willst, gern selbst einstellst, mit geteilten Decks lernst (etwa in der Medizin) oder Karten bewusst selbst formulierst, weil dir das beim Verstehen hilft.
- acemate, wenn dein Stoff als Folien und Skripte vorliegt, die Klausur nah ist und du neben Karten auch Übungsaufgaben und Probeklausuren aus genau diesem Material willst.
Egal, wofür du dich entscheidest: Lade Folien deiner Dozierenden nur in Tools hoch, die deine Eingaben nicht zum Training nutzen, und kläre im Zweifel die Regeln deiner Hochschule. Mehr dazu in Was ist mit KI im Studium erlaubt?



