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Vergleiche

Karteikarten-App fürs Studium: Anki, Quizlet & Co. im Vergleich

Welche Karteikarten-App passt zu deinem Studium? Anki, Quizlet, RemNote, Repetico und KI-Apps im ehrlichen Vergleich, mit Kriterien und Tipps zum Wechsel.

Titel „Die beste Karteikarten-App fürs Studium“ neben einer Karte mit fünf Auswahlkriterien: Wiederholungs-Algorithmus, Karten aus deinem Skript, Import und Export, Formeln und Bilder, Sprache und Datenschutz

Die beste Karteikarten-App fürs Studium ist die, die dich zum richtigen Zeitpunkt abfragt und dir beim Erstellen der Karten Zeit spart.

In der Klausurenphase sieht es bei vielen gleich aus: 300 Folien, ein Skript, drei Altklausuren und die Frage, ob du Karten selbst schreiben oder dir von einer KI bauen lassen sollst. Dazu kommt die Wahl der App. Anki, Quizlet, RemNote und ein Dutzend neuerer KI-Apps versprechen alle, dass du dir mehr merkst.

Dieser Vergleich hilft dir, eine Karteikarten-App nach Kriterien auszuwählen, die für dein Studium zählen. acemate ist selbst Anbieter einer Lern-App. Wir beschreiben jedes Tool anhand seiner öffentlichen Dokumentation, Stand: Oktober 2026, und sagen dir auch, wo andere Apps besser passen.

Warum Karteikarten im Studium funktionieren

Karteikarten verbinden die zwei Lernstrategien, die in der Forschung am besten abschneiden. Eine Übersichtsarbeit zu zehn verbreiteten Lerntechniken bewertet nur zwei mit hohem Nutzen: Üben durch Abfragen und verteiltes Lernen (Dunlosky et al., 2013). Zusammenfassen, Markieren und Wiederlesen landen dort weit hinten.

Active Recall heißt: Du holst eine Antwort aus dem Gedächtnis, bevor du sie siehst. In einem bekannten Experiment erinnerten Studierende, die einen Text wiederholt abgefragt wurden, nach einer Woche 61 Prozent. Die Gruppe, die den Text wiederholt las, kam auf 40 Prozent, obwohl sie ihn viel öfter gelesen hatte (Roediger & Karpicke, 2006). Eine Metaanalyse mit 272 Effektstärken bestätigt den Vorteil von Übungstests gegenüber reinem Wiederholen (Adesope et al., 2017).

Balkendiagramm: Nach einer Woche erinnerten Studierende nach wiederholtem Abfragen 61 Prozent eines Textes, nach wiederholtem Lesen 40 Prozent

Spaced Repetition heißt: Du wiederholst eine Karte kurz bevor du sie vergessen würdest, und die Abstände werden länger. Eine Auswertung von 317 Experimenten zeigt, dass verteiltes Lernen besser wirkt als Lernen am Stück, und dass der beste Abstand mit der Zeit wächst, die du dir etwas merken musst (Cepeda et al., 2006). Eine Karteikarten-App rechnet diese Abstände für dich aus.

Woran du eine gute Karteikarten-App erkennst

1. Der Wiederholungs-Algorithmus

Die meisten Apps planen Wiederholungen mit einer Variante von SM-2. Neuer ist FSRS (Free Spaced Repetition Scheduler). In einem offenen Benchmark mit rund 10.000 Anki-Nutzenden sagte FSRS für 99,5 Prozent der Sammlungen besser vorher, ob du dich an eine Karte erinnerst, als Ankis SM-2 (srs-benchmark). Angaben, wie viele Wiederholungen eine App dir spart, stammen dagegen meist aus dem Marketing der Anbieter und sind nicht unabhängig geprüft.

2. Karten aus deinen eigenen Unterlagen

Viele Apps erzeugen Karten mit KI aus PDFs oder Folien. Das spart Stunden. Prüfe trotzdem, ob die App dir zeigt, woher eine Karte stammt. Eine Karte mit falscher Antwort lernst du sonst sehr gründlich.

3. Import und Export

Lernstände wachsen über Semester. Eine App, die Anki-Decks (.apkg) importieren und exportieren kann, lässt dich später wechseln, ohne von vorn anzufangen.

4. Formeln, Bilder und Fachsprache

In MINT-Fächern und Medizin brauchst du Formeln, Strukturformeln und Abbildungen auf den Karten. Teste das mit einer echten Karte aus deinem Fach, bevor du dich festlegst.

5. Sprache und Datenschutz

Lies nach, ob die App deine Inhalte zum Training ihrer KI nutzt und wo sie Daten speichert. Das ist auch eine Frage des Urheberrechts: Folien deiner Dozierenden sind geschützt, und manche Hochschulen raten davon ab, sie in Tools hochzuladen, die mit Eingaben trainieren (HM München). Mehr dazu in unserem Beitrag Was ist mit KI im Studium erlaubt?

Die Karteikarten-Apps im Vergleich

AppDeutsche OberflächeKI-Karten aus deinen DateienWiederholungAnki-Import
Anki✓✗nur über Add-onsFSRS oder SM-2✓eigenes Format
Quizlet✓✓adaptiver Lernmoduskeine Angabe
RemNote✗✓SM-2-Variante, FSRS optionalkeine Angabe
Brainscape✗✓ohne PDF-UploadSelbsteinschätzung von 1 bis 5keine Angabe
Repetico✓✓auf den Prüfungstermin ausgerichtet✓
Gizmo✗✓automatisch, Verfahren nicht genannt✓
Knowt✗✓einstellbare Intervallenur Quizlet-Import
Retain Cards✓✓adaptiv, Verfahren nicht genannt✓
acemate✓✓FSRS✓

Stand: Oktober 2026, nach den öffentlichen Seiten und App-Store-Einträgen der Anbieter.

Anki ist Open Source und auf Desktop, im Web und unter Android kostenlos, die iOS-App kostet einmalig. Du stellst fast alles selbst ein, findest Tausende geteilte Decks und Add-ons, und FSRS lässt sich in den Deck-Optionen einschalten. Eine eigene KI hat Anki nicht. Seit Februar 2026 übergibt der Entwickler Betrieb und Open-Source-Pflege schrittweise an AnkiHub, der Kern soll Open Source bleiben.

Quizlet hat die größte Bibliothek fertiger Karteikarten-Sets, Lernspiele und einen Lernmodus, der sich an deine Antworten anpasst. Dazu kommen KI-Funktionen wie Übungstests aus hochgeladenen Unterlagen. Der KI-Chat Q-Chat wurde laut Berichten 2025 eingestellt. Seit Februar 2026 gehört auch die Mitschrift-App Coconote zu Quizlet.

RemNote verbindet Notizen, PDF-Anmerkungen und Karteikarten in einer App. Karten entstehen direkt beim Mitschreiben. FSRS gibt es als optionalen Planer. Die Oberfläche ist englisch.

Brainscape setzt auf Selbsteinschätzung: Du bewertest jede Karte von 1 bis 5. Stark ist das Angebot an geprüften Decks für Medizin, Pflege und Sprachen. PDFs lädst du nicht direkt hoch, du kopierst den Text hinein.

Repetico kommt aus Deutschland und plant Wiederholungen auf deinen Prüfungstermin hin. KI-Karten entstehen aus PDF oder Word. Laut Datenschutzerklärung läuft der KI-Tutor auf einem selbst betriebenen Modell bei Hetzner in Deutschland, die Kartenerstellung bei Mistral in Frankreich. Die kostenlose Version ist seit Juli 2026 auf wenige Kartensätze begrenzt.

Gizmo macht Lernen zum Spiel, mit Leben, Punkten und Ligen, und importiert Sets aus Quizlet und Anki. Die App richtet sich vor allem an britische Schülerinnen und Schüler und ist nur auf Englisch. Laut Datenschutzerklärung kann Gizmo personenbezogene Daten in manchen Fällen zum Training seiner KI nutzen.

Knowt versteht sich als kostenlose Quizlet-Alternative aus den USA, mit Lernmodi, Übungstests und Quizlet-Import. Eine deutsche Oberfläche gibt es nicht.

Retain Cards stammt ebenfalls aus Deutschland. Die App erkennt in PDFs und Fotos auch Formeln und Handschrift, kann Bildbereiche abdecken (Image Occlusion) und importiert Anki-Decks. Laut Datenschutzerklärung dürfen Karten und Lernfortschritt anonymisiert zur Verbesserung der KI genutzt werden.

Karten selbst schreiben oder von KI erstellen lassen?

Beides hat seinen Platz. Wenn du Karten selbst formulierst, verarbeitest du den Stoff schon beim Schreiben. Das kostet Zeit, und in den letzten zwei Wochen vor einer Klausur fehlt sie meistens.

KI-generierte Karten sind in Minuten fertig. Damit sie dir helfen, prüfe drei Dinge:

  • Jede Karte fragt genau eine Sache ab.
  • Die Antwort stimmt mit deinem Skript überein, und du kannst die Stelle nachschlagen.
  • Karten zu Themen, die in deiner Klausur nicht vorkommen, löschst du sofort.

Ein guter Mittelweg: Lass die KI einen ersten Stapel aus der Vorlesung erzeugen, sortiere aus und ergänze eigene Karten für die Stellen, an denen du in Übungen hängen bleibst.

Die App wechseln, ohne den Lernstand zu verlieren

Anki-Decks (.apkg) sind das gängigste Austauschformat. Repetico, Gizmo und Retain Cards importieren sie, ebenso acemate. Wer von Quizlet kommt, findet bei Knowt und Gizmo einen Import. Exportiere vor jedem Wechsel ein Backup, und teste den Import mit einem kleinen Deck, bevor du dein ganzes Semester umziehst.

Welche Karteikarten-App passt zu dir?

  • Du willst volle Kontrolle und zahlst ungern: Anki. Plane Zeit ein, um dich einzuarbeiten.
  • Du suchst fertige Sets und lernst gern spielerisch: Quizlet.
  • Du schreibst ohnehin digital mit: RemNote, wenn dich die englische Oberfläche nicht stört.
  • Du willst eine deutsche App mit Prüfungsdatum und Daten in Deutschland: Repetico.
  • Du willst Karten, Übungsaufgaben und Probeklausuren aus deinem eigenen Skript an einem Ort: Nimm eine KI-Lern-App, die alle drei aus deinen Dateien erzeugt und Quellen nennt.

Wo acemate einordnet

acemate erstellt Karteikarten aus deinen Folien und Skripten (PDF, PowerPoint, Word), du kannst sie bearbeiten und selbst Karten mit Bildern anlegen. Wiederholt wird mit FSRS, und Anki-Decks kannst du importieren und exportieren. Dazu kommen Übungsaufgaben mit KI-Feedback, Probeklausuren im Stil deiner Altklausuren und ein Tutor, der Dokument und Seite nennt. Der Knowledge Graph färbt die Themen deines Kurses nach deinen Ergebnissen ein. Was acemate nicht hat: eine Bibliothek mit fertigen Sets anderer Studierender und eine eigene Mobile-App (die Web-App läuft auf dem Handy).

Wenn du acemate direkt mit einer der beiden bekanntesten Apps vergleichen willst, lies acemate vs. Anki und acemate vs. Quizlet. Einen Überblick über alle KI-Lerntools gibt KI zum Lernen im Studium.

Mit deinem eigenen Skript

Probeklausuren aus deinen Folien, Antworten mit Seitenangabe

Lade eine Vorlesung hoch und frag den Tutor. Der Einstieg ist kostenlos.

Kostenlos startenSo funktioniert's