NotebookLM ist eines der besten Werkzeuge, um deine Unterlagen zu verstehen. Für die Klausur brauchst du zusätzlich etwas, das dich abfragt und rechtzeitig erinnert.
NotebookLM heißt seit Juli 2026 Gemini Notebook. Google hat das Tool umbenannt, das Prinzip ist geblieben: Du lädst Folien, PDFs oder Videos hoch, stellst Fragen und bekommst Antworten, die auf genau diese Quellen verweisen. Zum Nacharbeiten einer Vorlesung gibt es kaum etwas Besseres in einer kostenlosen Version.
Wer trotzdem nach einer NotebookLM-Alternative sucht, hat meist einen konkreten Grund. Die Klausur rückt näher, und Verstehen allein reicht nicht mehr. Du willst üben, Wissen abrufen und Lücken schließen, bevor sie in der Prüfung auffallen. Genau dort setzen die Tools in diesem Vergleich an, jedes an einer anderen Stelle.
Transparenzhinweis: acemate ist selbst Anbieter einer Lern-App und kommt in diesem Vergleich vor. Wir beschreiben jedes Tool anhand seiner öffentlichen Dokumentation und seiner App-Store-Angaben, Stand: Oktober 2026, und legen für alle dieselben Kriterien an.
Was NotebookLM gut macht
NotebookLM arbeitet mit dem, was du hineingibst. Ein Notizbuch fasst in der kostenlosen Version bis zu 50 Quellen: PDFs, Word- und PowerPoint-Dateien, Google Docs und Slides, Bilder, Audiodateien, Webseiten und YouTube-Videos mit Untertiteln. Jede Antwort enthält Zitate, die dich direkt zur passenden Stelle in der Quelle bringen. Wenn du wissen willst, wo im Skript etwas steht, ist das genau richtig.
Dazu kommen Formate für den ersten Durchgang durch neuen Stoff: Audio Overviews (ein Gespräch zweier KI-Stimmen über deine Unterlagen), kurze Video Overviews, Mindmaps sowie Karteikarten und Quizze, bei denen du Karten als gewusst oder nicht gewusst markierst. Bei privaten Google-Konten nutzt Google deine Inhalte laut eigener Angabe nicht zum Training, solange du kein Feedback sendest.
Das ist der Maßstab für jede Alternative: Antworten aus deinem Material, nachprüfbar über eine Quellenangabe. Ein Tool, das das nicht kann, ist fürs Lernen aus dem Skript ein Rückschritt.
Wo NotebookLM für die Klausur an Grenzen stößt
Die Lernforschung ist bei zwei Techniken ziemlich eindeutig. Wer sich selbst abfragt, behält mehr als wer nochmal liest: In einem Experiment von Roediger und Karpicke (2006) erinnerten Studierende nach einer Woche 61 Prozent eines Textes, wenn sie sich wiederholt getestet hatten, und 40 Prozent, wenn sie ihn nur wiederholt gelesen hatten. Und verteiltes Wiederholen schlägt Lernen am Stück, wie eine Auswertung von 317 Experimenten zeigt (Cepeda et al., 2006). Die große Übersicht von Dunlosky et al. (2013) stuft genau diese beiden Techniken als besonders wirksam ein, Zusammenfassen und erneutes Lesen dagegen als wenig wirksam.
Daran gemessen hat NotebookLM drei Lücken:
- Keine dokumentierte Wiederholung nach Plan. Du kannst Karten als gewusst markieren, aber Google beschreibt keinen Algorithmus, der dir eine Karte genau dann wieder zeigt, wenn du sie zu vergessen drohst.
- Keine Probeklausuren. Quizze prüfen einzelne Fakten. Eine Übungsklausur im Stil deiner echten Prüfung, mit offenen Aufgaben und Bewertung, bietet NotebookLM nicht.
- Kein Überblick über deine Schwächen. Du siehst nicht, welche Themen des Kurses du schon sicher kannst und wo du nacharbeiten musst.

Woran du eine gute Alternative erkennst
1. Antworten mit Quelle
Das Tool sollte aus deinem Material antworten und zeigen, woher die Antwort kommt, am besten mit Dokument und Seite. Ohne Quelle kannst du Fehler kaum erkennen, und auch quellengebundene KI macht Fehler.
2. Abfragen statt nur Erklären
Karteikarten, Übungsaufgaben, offene Fragen mit Feedback. Je näher die Aufgaben an deiner Prüfungsform liegen, desto mehr bringen sie dir.
3. Wiederholung nach Plan
Ein Spaced-Repetition-Algorithmus wie SM-2 oder FSRS zeigt dir eine Karte dann wieder, wenn du sie zu vergessen drohst. In einem offenen Benchmark mit Lerndaten von rund 10.000 Anki-Nutzenden sagte FSRS das Erinnern deutlich besser voraus als SM-2 (srs-benchmark).
4. Passende Quellenformate
Wenn deine Vorlesung vor allem aus Aufzeichnungen besteht, brauchst du Audio- oder Video-Import. Wenn du mit Folien und Skripten arbeitest, reichen PDF und PowerPoint.
5. Datenschutz
Prüfe, ob der Anbieter deine Uploads zum Training von KI-Modellen nutzen darf und wo die Daten verarbeitet werden. Das ist auch eine Frage des Urheberrechts: Die Hochschule München weist darauf hin, dass das Hochladen von Folien und Altklausuren in KI-Tools problematisch sein kann, gerade wenn die Tools das Material zum Training nutzen (HM, Compliance im Studium).
NotebookLM-Alternativen im Überblick
YouLearn ist ein KI-Tutor für dein eigenes Material. Es verarbeitet PDFs, Folien, YouTube, Webseiten und aufgezeichnete Vorlesungen und erstellt daraus Zusammenfassungen, Quizze, personalisierte Prüfungen und Podcasts. Der Tutor-Chat antwortet laut Anbieter mit Referenzen, wie genau die Verweise sind, ist nicht dokumentiert. Im deutschen App Store ist die App nur auf Englisch gelistet.
StudyFetch ist eine All-in-one-Plattform mit dem KI-Tutor "Sparky". Es nimmt Vorlesungen live auf und verarbeitet PDFs, PowerPoint, Videos, Fotos von Notizen und YouTube. Dazu kommen Karteikarten, Übungstests und ein Lernplan mit Crash-Modus. Die App gibt es auch auf Deutsch. Ob Antworten auf Seiten verweisen und ob Karten nach Plan wiederholt werden, beschreibt der Anbieter nicht.
Turbo AI (früher TurboLearn) macht aus Aufnahmen, PDFs, Word-Dateien und YouTube-Videos Notizen, Karteikarten, Quizze und Podcasts. Die App ist nur auf Englisch. Laut Datenschutzerklärung können persönliche Informationen zum Training von KI-Tools genutzt werden, verarbeitet wird in den USA.
Mindgrasp setzt ähnlich an und nimmt besonders viele Formate an, von PDF und PowerPoint über MP3 und MP4 bis zu Live-Aufnahmen, dazu eine Browser-Erweiterung für Canvas und Blackboard. Es erstellt Notizen, Zusammenfassungen, Karteikarten und Quizze. Die App ist auf Englisch, und der Anbieter gibt an, nur in den USA tätig zu sein.
Memo AI ist stark bei Karteikarten: Jede Karte verweist auf Seite oder Zeitstempel der Quelle, ein Lernmodus wiederholt nach Spaced Repetition, dazu kommen Übungstests und ein Export nach Anki. Quellen sind PDFs, Folien, YouTube und Webseiten. Eine deutsche Oberfläche führt der App Store nicht.
LearnBoost kommt aus Bonn und München. Die App bietet Zusammenfassungen, Karteikarten mit FSRS, einen Tutor-Chat mit Seitenzahlen, Podcasts, Mindmaps und Übungsklausuren mit Feedback. Sie verarbeitet PDF, Word, PowerPoint, Text, Bilder und Handschrift. Gehostet wird bei Strato in Deutschland, welche KI-Anbieter dahinterstehen, nennt die Datenschutzerklärung nicht.
Lumivara ist ein deutschsprachiger Lerntrainer aus Österreich mit einem KI-Trainer, der sich an deine Lücken anpasst, Karteikarten mit SM-2 und einem Chat über deine Dokumente. Die Startseite wirbt mit Daten in der EU, die Datenschutzerklärung nennt als KI-Anbieter US-Unternehmen.
| Tool | Antworten mit Quelle | Spaced Repetition | Probeklausuren | Audio und Video als Quelle | Deutsche App |
|---|---|---|---|---|---|
| NotebookLM | ✓Zitat mit Sprung zur Stelle | nicht dokumentiert | ✗nur Quizze | ✓ | ✓ |
| YouLearn | Referenzen, Genauigkeit unklar | nicht dokumentiert | ✓ | ✓ | ✗ |
| StudyFetch | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert | ✓Übungstests | ✓ | ✓ |
| Turbo AI | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert | ✗nur Quizze | ✓ | ✗ |
| Mindgrasp | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert | ✗nur Quizze | ✓ | ✗ |
| Memo AI | ✓Seite oder Zeitstempel | ✓ | ✓Übungstests | ✓YouTube | ✗ |
| LearnBoost | ✓Seitenzahlen | ✓FSRS | ✓ | ✗ | ✓ |
| Lumivara | nicht dokumentiert | ✓SM-2 | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert | ✓ |
| acemate | ✓Dokument und Seite | ✓FSRS | ✓auch aus Altklausuren | ✗ | ✓ |
Stand: Oktober 2026, nach den öffentlichen Angaben der Anbieter. "Nicht dokumentiert" heißt: Wir haben dazu keine Angabe gefunden. Die Funktion kann trotzdem existieren.
Welche Alternative passt zu dir?
- Du lernst vor allem aus Vorlesungsaufzeichnungen: StudyFetch, Turbo AI oder Mindgrasp verarbeiten Audio und Video. Lies bei Turbo AI und Mindgrasp vorher die Datenschutzbedingungen.
- Du willst vor allem Karteikarten mit Quellenverweis: Memo AI, wenn dir eine englische Oberfläche nichts ausmacht. Weitere Optionen vergleichen wir in Karteikarten-App fürs Studium.
- Du willst auf Deutsch üben, mit Wiederholung nach Plan und Probeklausuren: LearnBoost oder acemate.
- Du willst erst einmal verstehen und hast noch Zeit bis zur Klausur: Bleib bei NotebookLM. Es zitiert zuverlässig, hat eine kostenlose Version und lässt sich gut mit einer Karteikarten-App kombinieren.
Ob du Folien überhaupt hochladen darfst und welche KI deine Hochschule in Prüfungen erlaubt, klären wir in KI im Studium: Was ist erlaubt?. Einen breiteren Überblick über alle Arten von Lern-KI findest du in KI zum Lernen im Studium.
Wo acemate einordnet
acemate ist eine Lern-App für das Lernen aus deinen eigenen Unterlagen. Du lädst Folien, Skripte und Word-Dateien hoch, der KI-Tutor antwortet daraus und nennt Dokument und Seite. Antworten, die über dein Material hinausgehen, sind als allgemeines KI-Wissen gekennzeichnet. Aus denselben Unterlagen entstehen Übungsaufgaben mit KI-Feedback, Karteikarten mit FSRS und Probeklausuren. Wenn du Altklausuren hochlädst, schreibt acemate Musterlösungen und erstellt neue Klausuren im selben Stil. Der Knowledge Graph zeigt dir, welche Themen du schon sicher kannst.
Was acemate nicht kann: YouTube-Videos, Audiodateien oder Vorlesungsaufnahmen verarbeiten. Wenn deine Vorlesung vor allem aus Aufzeichnungen besteht, ist NotebookLM oder eines der Tools mit Aufnahmefunktion die bessere Wahl. Eine eigene Mobile App gibt es nicht, die Web-App funktioniert im Browser auf dem Handy.
Den direkten Vergleich beider Tools findest du in acemate vs. NotebookLM.



